
Pallottipreis 2026 für Katie Vogt
Am Pallottitag stellen wir unsere Werte des sozialen Miteinanders und Handelns am Friedberg ins Zentrum: Im Rahmen einer Feier in der Kirche reflektierten wir, wo wir in unserem Leben konkret Positives bewirken können und was uns dabei Halt und Motivation gibt. Voller Spannung wurde auch die Verleihung des Pallottipreises erwartet. 2026 wird er Katie Vogt verliehen: Wir gratulieren ihr herzlich und danken ihr für ihr grosses soziales Engagement am Friedberg!
Der Pallottipreis wird an eine oder mehrere Personen verliehen, die sich am Gymnasium Friedberg durch besonderes ausserschulisches Wirken auszeichnen. Er ist eine Anerkennung für ein Engagement, das die Ideale des sozialen Miteinanders zum Wohl der Friedberggemeinschaft und des wertschätzenden Zusammenarbeitens widerspiegelt – zentrale Werte, die Vinzenz Pallotti prägte.
Wer war Vinzenz Pallotti?
Vinzenz Pallotti wirkte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Rom. Sein Engagement reichte von der Lehrtätigkeit als Theologe über Aufgaben in der Seelsorge bis zur Umsetzung verschiedener Projekte. So gründete er beispielsweise ein Heim für verwaiste und obdachlose Mädchen.
Auf der Webseite der Pallottiner-Vereinigung steht, dass Vincenz Pallotti ein «Meister des networking» war – einer, der Menschen zusammenführte, unabhängig von ihrem Stand, ihrem Geschlecht, ihrer Bildung, ihrem Beruf oder ihren finanziellen Möglichkeiten. Er war also ein Mensch, der seinen Mitmenschen auf Augenhöhe begegnete und ihre individuellen Fähigkeiten schätzte.
Katie Vogt - Engagement mit grossem Herz
Das grosse Herz ist ein wesentliches Merkmal von Katie Vogt, ebenso das aktive Tun. Sie engagiert sich in verschiedenen Gremien am Friedberg: in der Schüler:innenorganisation, im Friedbergrat, als Klassensprecherin. Dabei setzte sie sich beispielsweise für die Wiedereinführung der Regel von nur drei Prüfungen pro Woche am Friedberg ein.
Als Organisatorin des Lyzfez lud Katie Vogt Leute ein, sammelte Geld, informierte die Nachbarn und schrieb allen Beteiligten eine handschriftliche Karte - «so thankful» – steht darauf. Heute ist es am Friedberg, ihr Danke zu sagen.
Wenn Katie soziale Ungerechtigkeit wahrnimmt, dann kämpft sie ebenso beherzt und vehement wie Jeanne d’ Arc für die Befreiung von Orléans oder wie Simone de Beauvoir für die Rechte der Frau. « Il faut être soi-même pour pouvoir être avec les autres. » schrieb Simone de Beauvoir – Katie stellte dieses Zitat an den Anfang eines Essays zum Thema «Bildung der eigenen Identität».

Um für andere Menschen und für sich einstehen zu können, so schildert Katie Vogt in ihrem Essay, benötigen wir die Auseinandersetzung mit uns selbst. Während ihres Austauschjahres in Frankreich erlebte sie das persönlich: «Ich musste einen Platz in der neuen Kultur, Familie und Schule finden.» Mit vielen wertvollen Erfahrungen kehrte sie nach ihrem Auslandaufenthalt an den Friedberg zurück.
Ihre Kämpfernatur stellte sie auch im Rahmen ihrer Maturaarbeit unter Beweis. Passend zu den aktuellen Entwicklungen des Gymnasiums Friedberg (Talentschule Sport) bereitete sie sich im Rahmen ihrer Maturaarbeit auf zwei Triathlone vor und legte ihre physischen und mentalen Schritte dar.
Dem Gründer der Pallottiner ging es jedoch keineswegs darum, jemanden auf einen Sockel zu stellen. Im Gegenteil, Pallotti sagte nämlich:
«Vernunft und Erfahrung beweisen, dass das Gute, das vereinzelt getan wird, spärlich, unsicher und von kurzer Dauer ist und dass selbst die hochherzigsten Bemühungen einzelner zu nichts Grossem führen, wenn sie nicht vereint und auf ein gemeinsames Ziel hingeordnet sind.»
Ein soziales Miteinander kann nur dann gelingen, wenn alle ihre Verantwortung wahrnehmen und nicht nur über das Gute sprechen, sondern das Gute tun – im Bewusstsein um die eigenen Unzulänglichkeiten und mit einem offenen Herzen für die Mitmenschen.




Wir danken der Pallottinergemeinschaft herzlich für die Stiftung des Preises, P. Andy Givel für das Teilhaben an seinem spannenden Leben in einem Interview und P. Jerry Joseph für die Gestaltung der Pallottipreis-Verleihung.
Text: Rahel Leisi
Fotos: Chiara Frei